Linux-Speicherplatz prüfen: volle Blöcke und volle Inodes unterscheiden
‚No space left on device‘ bedeutet nicht immer, dass große Dateien den gesamten Platz belegen. Auch verfügbare Inodes können ausgehen. Die folgenden lesenden Befehle gelten für GNU/Linux mit GNU Coreutils. Ersetze /var durch den tatsächlich betroffenen, vorhandenen Pfad.
Schritt für Schritt
- Notiere die vollständige Fehlermeldung und den Pfad, an dem die Anwendung schreiben wollte. Prüfe mit
df -h /vardas Dateisystem dieses Pfads. Achte auf verfügbaren Platz und Einhängepunkt; freier Platz auf einem anderen Dateisystem hilft hier nicht. - Führe
df -i /varaus. Vergleiche IFree und IUse% mit der Blockauslastung. Sind Inodes erschöpft, können sehr viele kleine Dateien die Ursache sein. Nicht jedes Dateisystem stellt eine feste Inode-Grenze auf dieselbe Weise dar. - Grenze die Belegung mit
du -x -h --max-depth=1 /varein. Der Befehl summiert erreichbare Dateien und bleibt auf diesem Dateisystem. Er liest möglicherweise viele Verzeichnisse und kann auf großen Datenträgern dauern. Fehlende Leserechte machen die Übersicht unvollständig. - Bei auffällig vielen kleinen Dateien kann
du -x --inodes --max-depth=1 /varhelfen, die Verzeichnisse zu vergleichen. Untersuche nur den auffälligen Teilbaum weiter. Entferne nicht pauschal Log-, Datenbank- oder Containerdateien. - Wenn df und du stark abweichen, dokumentiere dies. Offene bereits gelöschte Dateien, Snapshots, reservierter Platz, unterschiedliche Rechte oder dateisystemspezifische Zählung benötigen eine weitere gezielte Prüfung. Starte deswegen nicht sofort Dienste neu.
Ergebnis prüfen
Wiederhole df -h und df -i am gleichen Pfad, nachdem eine begründete Bereinigung oder Erweiterung separat geplant und ausgeführt wurde. Teste anschließend die ursprünglich fehlgeschlagene Anwendung. Bei weiterem Fehler prüfe auch Quoten, Nur-Lese-Einhängung und das Dateisystem der tatsächlichen Laufzeitumgebung, etwa eines Containers.
Rückgängig machen und Grenzen
Die hier genannten Diagnosebefehle löschen keine Daten. Behalte ihre Ausgaben zum Vergleich, aber teile keine vertraulichen Pfadnamen ungeprüft. Ein Löschvorgang ist nicht automatisch rückgängig zu machen: erst Besitzer, Aufbewahrung und Wiederherstellbarkeit klären.
