Windows 95: lange Dateinamen vor einer Datenkopie prüfen

Eine Kopie kann den Dateiinhalt übertragen und trotzdem Namen verkürzen. Bei Windows-95-Daten müssen deshalb nicht nur Anzahl und Größe stimmen, sondern auch vollständige Namen, Unterordner und die Nutzbarkeit am Ziel. Diese Probe verändert keine Originaldateien und startet keine alten Programme aus unbekannten Quellen. Der alte Rechner bleibt vom öffentlichen Internet getrennt.

1. Lange Namen und Kurznamen unterscheiden

Ein 8.3-Kurzname besteht aus höchstens acht Zeichen vor dem Punkt und drei Zeichen für die Erweiterung. Windows kann zusätzlich zu einem langen Namen einen kurzen Alias mit einer Tilde bereitstellen. Ein Name wie PROJEK~1.TXT ist deshalb kein Beweis für eine zweite Datei. Umgekehrt lässt sich der ursprüngliche lange Name aus einem allein erhaltenen Alias nicht zuverlässig rekonstruieren.

Der ganze Übertragungsweg zählt: Quellprogramm, Kopierwerkzeug, Zwischenmedium, gegebenenfalls Archivformat und Zielprogramm. Alte MS-DOS-Werkzeuge oder bestimmte CD-Dateisysteme können nur die kurze Form weiterreichen. Aktuelle Microsoft-Dokumentation beschreibt auch neuere Systeme; moderne Einstellungen für lange Pfade sind keine Windows-95-Lösung. Ein langer Dateiname und ein zu langer Gesamtpfad sind verschiedene Probleme.

2. Einen ungefährlichen Testbestand erstellen

Legen Sie in einem neuen Testordner kleine Textdateien mit unterschiedlichem Inhalt an. Verwenden Sie etwa Projekt Bericht Januar.txt und Projekt Bericht Februar.txt sowie eine Datei mit Umlaut, etwa Prüfung.txt. Ergänzen Sie einen Unterordner mit Leerzeichen. Notieren Sie vorab die vollständigen Namen, die Zuordnung der Inhalte und die Ordnerstruktur. Wählen Sie keine Namen, die sich nur durch Groß-/Kleinschreibung unterscheiden.

Benutzen Sie kurze, übersichtliche Pfade und keine reservierten Gerätenamen oder Sonderzeichen wie Doppelpunkt und Fragezeichen. Prüfen Sie in der Dateiansicht beziehungsweise den Eigenschaften auch die Erweiterungen; eine ausgeblendete Erweiterung ist nicht entfernt. Der Testbestand darf weder produktive Daten ersetzen noch in einem Anwendungsordner liegen.

3. Den tatsächlichen Weg testen

  1. Kopieren Sie nur den Testordner mit genau dem Werkzeug und Zwischenmedium, das für die Übernahme vorgesehen ist. Kopieren statt verschieben.
  2. Falls ein Archiv benutzt wird, prüfen Sie nach dem Entpacken in einen neuen leeren Zielordner. Die bloße Anzeige innerhalb des Archivs reicht nicht.
  3. Vergleichen Sie am Ziel alle vollständigen Datei- und Ordnernamen, Umlaute, Erweiterungen und die Anzahl. Prüfen Sie besonders die beiden ähnlichen Projektnamen auf Verwechslung oder Überschreiben.
  4. Öffnen Sie jede Testdatei und vergleichen Sie ihren Inhalt mit der vorher notierten Zuordnung. Gleiche Größe allein beweist keine unveränderten Daten. Dokumentieren Sie Werkzeugversion, Weg, Ziel und Ergebnis.

4. Bei Abweichungen nicht umbenennen

Wenn nur Kurznamen, falsche Zeichen, fehlende Dateien oder Überschreibwarnungen auftreten, stoppen Sie vor der eigentlichen Übernahme. Ändern Sie nicht massenhaft die Originalnamen. Verwenden Sie einen anderen nachweislich geeigneten Kopier- oder Archivweg und wiederholen Sie die Probe vollständig. Ein neues Medium nicht ungeprüft formatieren; vorhandene Inhalte und die Kompatibilität mit dem alten Rechner müssen vorher geklärt sein.

Auch bei erhaltenen langen Namen können kurze Aliase am Ziel anders lauten oder fehlen. Alte Verknüpfungen und Anwendungen mit fest eingetragenen Kurzpfaden müssen daher separat in einer geeigneten isolierten Umgebung geprüft werden. Die Namensprobe bestätigt weder eine vollständige Programminstallation noch deren Kompatibilität. Behalten Sie Originale und eine unabhängige Sicherung bis zur Abnahme. Erst bei fehlerfreier Probe beginnt die Datenkopie mit weiteren stichprobenartigen Inhaltsprüfungen.

Quelle: Microsoft: Naming Files, Paths, and Namespaces.

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